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Häufig gestellte Fragen und Antworten

Biomasse

» Welche Biomasse kann eingesetzt werden?

Technisch können alle kohlenstoffhaltigen Rohstoffe verwendet werden, die nicht zu nass sind.
In der Praxis planen wir in Deutschland ausschließlich den Einsatz von Biomasse gemäß der Biomasseverordnung. Dazu gehören neben Holz (Waldrestholz, schnell wachsende Hölzer, Kurzumtriebsgehölze, Altholz) auch Agrarbiomasse wie beispielsweise Reststroh.

» Verfügbarkeit von Biomasse

Der in 2006 erschienene EU Biofuel Vision Report1) sieht vor, dass bis zu 25 % des Kraftstoffbedarfs in der EU aus Biomasse gedeckt werden könnten.

» Kommt für CHOREN auch der Import von Biomasse in Frage?

Sowohl aus ökologischen Gründen als auch in Hinblick auf den Logistikaufwand und die Transportkosten beabsichtigt CHOREN, die benötigte Biomasse vorwiegend aus dem regionalen Umfeld seiner Anlagen zu beziehen.
Zwingende Voraussetzung für den Import von Biomasse ist eine nachhaltige Erzeugung im Ursprungsland. CHOREN unterstützt deshalb ausdrücklich die auf deutscher und europäischer Ebene laufenden Aktivitäten zur Einführung von klaren Nachhaltigkeitskriterien. Biomasse, deren Produktion den Nachhaltigkeitskriterien nicht genügt, wird ausdrücklich nicht verwendet.

» Wie viel Biomasse wird für die Produktion des synthetischen Biokraftstoffes benötigt?

Für den Betrieb der Beta-Anlage in Freiberg werden ca. 65.000 Tonnen trockenes Holz im Jahr benötigt. Das sind Altholz, Waldrestholz, minderwertiges Industrieholz, Sägewerksnebenprodukte, Kurzumtriebsgehölze.
Für den Betrieb der Sigma-Anlage in Schwedt werden ca. 1 Million Tonnen trockenes Holz im Jahr benötigt.
In der Anfangsphase werden neben Altholz auch Importhölzer verarbeitet. Mittelfristig sollen Altholz und schnell wachsende Gehölzer aus regionalen Anbaugebieten eingesetzt werden.

» Sollte Biomasse nicht besser zur Strom- oder Wärmeerzeugung verwendet werden?

Grundprinzip der Verwertung jeglicher Einsatzstoffe ist, dass die stoffliche Nutzung einer energetischen Nutzung vorzuziehen ist.
Oberste Priorität muss deshalb beispielsweise die Nutzung von Holz für Möbel oder Bauanwendungen haben. Danach folgt die Herstellung hochwertiger chemischer Produkte wie Kraft- und Schmierstoffe, was bei CHOREN erfolgt.
Die Herstellung von Niedertemperaturwärme zu Heizzwecken stellt die thermodynamisch geringste Nutzungsform dar und kann auch durch andere Energiekonzepte bereitgestellt werden (Wärmedämmung, Solarenergie, Geothermie etc.).
Für den Wärmemarkt, insbesondere bei den weit verbreiteten kleinen Einheiten, können nur stark vorbehandelte besondere Einsatzstoffe verwendet werden, um eine ausreichende Automatisierung und Qualität der Abgasemissionen sicherzustellen. Der größte Teil des Biomassepotenzials ist deshalb für den Einsatz im Wärmemarkt gar nicht oder allenfalls über Wärmenetze möglich. Diese erschließen nur einen kleinen Teil des Wärmemarktes und sind darüber hinaus meist mit effizienten KWK-Anlagen ausgestattet.
Die „Stoffstromanalyse zur nachhaltigen energetischen Nutzung von Biomasse“ vom Ökoinstitut Darmstadt, Juli 2004, zeigt, dass selbst bei Ausschöpfung aller sinnvollen möglichen Anwendungsfälle für den Einsatz von Biomasse für Strom- und Wärmeerzeugung 13 % des deutschen Kraftstoffbedarfs nachhaltig aus Biomasse gedeckt werden können.

» Welche Flächeneffizienz hat die Herstellung des synthetischen Biokraftstoffes?

Synthetischer Biokraftstoff hat von allen Biokraftstoffen die beste Flächeneffizienz hinsichtlich der energetischen Nutzung der zur Verfügung stehenden Fläche.
Diese liegt laut FNR2) mindestens um den Faktor 3 höher als bei Biodiesel aus Raps.

So kommt ein Diesel-PKW beim Durchschnittsverbrauch von 6,1 Litern auf 100 km mit der Menge an synthetischem Biokraftstoff von einem Hektar Anbaufläche 64.000 km weit, hingegen fährt das gleiche Auto mit „normalem“ Biodiesel bei gleicher Anbaufläche nur 23.300 km weit.

» Steht die Produktion des synthetischen Biokraftstoffes in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion?

Nein. Die benötigte Biomasse für synthetischen Biokraftstoff steht nicht in Konkurrenz zu Rohstoffen für die Produktion von Biodiesel (z. B. Raps) oder Biogas (Mais, Getreide) und damit auch nicht in Konkurrenz zu Agrarflächen zur Nahrungsmittelproduktion.
Beispiel Sigma-Anlage in Schwedt, Brandenburg: Produktion im industriellen Maßstab
• Landwirtschaftliche Nutzfläche in Brandenburg gesamt: 1,35 Millionen ha
• Flächenbedarf Sigma-Anlage (bei 100%iger lokaler Versorgung für eine Produktion von 200.000 Tonnen synthetischen Biokraftstoff): je nach Ertrag zwischen 50.000 und 70.000 ha
• Flächeneffizienz gegenüber Biodiesel: mindestens Faktor 3, d. h. für die Herstellung der gleichen Menge Biodiesel würde eine landwirtschaftliche Fläche von mindestens 150.000 ha benötigt
• Die Sigma-Anlage wird angefahren mit Restholz, das teilweise auch importiert werden kann. CHOREN hat sich freiwillig dazu verpflichtet, von Beginn an Nachhaltigkeitskriterien zu berücksichtigen.
• Sukzessive Umstellung auf Kurzumtriebsgehölze
• Für die Kultivierung von Kurzumtriebsgehölzen zur Versorgung der Sigma-Anlage mit Energieholz können auch Flächen mit geringer Bodenqualität (so genannte Grenzertragsstandorte) genutzt werden, die sich mit Raps, Mais und Getreide nicht wirtschaftlich bewirtschaften lassen (wg. Trockenheit, Staunässe).

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Technik

» Wie funktioniert das Carbo-V-Verfahren?

Das Carbo-V-Verfahren ist ein dreistufiges Vergasungsverfahren mit den Teilprozessen:

  1. Niedertemperaturvergasung (NTV)
  2. Hochtemperaturvergasung (HTV)
  3. endotherme Flugstromvergasung


» Ist die Technik zuverlässig?

Die Biomasse (Wassergehalt 15 – 20 %) wird in der ersten Prozess-Stufe kontinuierlich durch partielle Oxidation (Verschwelung) mit Luft oder Sauerstoff bei Temperaturen zwischen 400 und 500 °C karbonisiert, d. h. in teerhaltiges Gas (flüchtige Bestandteile) und festen Kohlenstoff (Biokoks) zerlegt.
In der zweiten Prozess-Stufe wird das teerhaltige Gas in einer Brennkammer oberhalb des Ascheschmelzpunktes der Brennstoffe mit Luft und/oder Sauerstoff unterstöchiometrisch nachoxidiert.
In der dritten Prozess-Stufe wird der zu Brennstaub gemahlene Biokoks in das heiße Vergasungsmittel eingeblasen. Dabei reagieren Brennstaub und Vergasungsmittel im Vergasungsreaktor endotherm zu Synthese-Rohgas.
Dieses kann dann nach entsprechender Konditionierung als Brenngas zur Strom-, Dampf- und Wärmeerzeugung, als Synthesegas für die SunDiesel®-Herstellung oder zur Herstellung chemischer Grundprodukte genutzt werden.

» Wie erfolgt die Herstellung von synthetischem Biokraftstoff?

Die Umwandlung des Synthesegases in Kraftstoff erfolgt mittels Fischer-Tropsch (FT)-Synthese. Dabei reagieren die reaktiven Bestandteile des Synthesegases (CO und H2) an einem Katalysator zu Kohlenwasserstoffen.
Um die Dieselausbeute (SunDiesel®) zu maximieren, werden die bei der FT-Synthese anfallenden Wachse mittels Hydrocracking weiter verarbeitet. Dieses Verfahren stammt aus der Petrochemie und wird zur Verwertung von Raffinerierückständen eingesetzt.

Beta-Anlage

» Was hat die Errichtung der Beta-Anlage in Freiberg gekostet?

Die Investitionen belaufen sich auf rund 100 Millionen Euro.

» Wann wird die Beta-Anlage in Freiberg die Produktion aufnehmen?

Die weltweit erste kommerzielle Anlage zur Erzeugung eines synthetischen Biokraftstoffes befindet sich derzeit am Firmenstandort in Freiberg in der Phase des Hochfahrens. Die Nominalleistung pro Jahr beträgt 18 Millionen Liter synthetischen Biokraftstoffs.

Im April 2008 wurde die mechanische Fertigstellung der Anlage erreicht. Das Anfahren der 113 Teilsysteme, einzeln und in Kombination, wird voraussichtlich zwischen 8 und 12 Monaten in Anspruch nehmen.

»Wie viel synthetischer Biokraftstoff wird produziert?

In der so genannten Alpha-Anlage (Pilot- oder Versuchsanlage) in Freiberg wurden bis zu einhundert Liter täglich produziert. Die Versuchsanlage ist derzeit nicht in Betrieb.
Die so genannte Beta-Anlage, die weltweit erste kommerzielle Produktionsanlage für synthetischen Biokraftstoff, die ebenfalls in Freiberg steht, wird bis zu 18 Millionen Liter synthetischen Biokraftstoff pro Jahr produzieren. Dies entspricht dem Jahresbedarf von ungefähr 15.000 PKW.

Eine höhere Wirtschaftlichkeit lässt sich in Anlagen mit einer Kraftstoffkapazität von mindestens 100.000 t/a erreichen. CHOREN plant deshalb die Errichtung von Standardanlagen, so genannten Sigma-Anlagen, mit einer Jahresproduktion von 270 Millionen Litern synthetischen Biokraftstoff.

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Sigma-Anlage

» Wo wird die erste Sigma-Anlage gebaut?

CHOREN ist dabei, den Bau der ersten Sigma-Anlage in Schwedt, in Brandenburg, zu prüfen.
Entscheidend für die Wahl Schwedt waren u. a.:

  • die Nachbarschaft zur Erdölraffinerie Schwedt, die zahlreiche Synergieeffekte verspricht
  • die Verfügbarkeit an agrarischer und forstwirtschaftlicher Fläche in der Region
  • die Nähe zur Entsorgungswirtschaft (Verfügbarkeit von Recycling- und Abfallholz)

» Was kostet die Errichtung der Sigma-Anlage in Schwedt?

Die Beta-Anlage in Freiberg hat ca. 100 Millionen Euro gekostet. Die Sigma-Anlage wird etwa 15mal so groß sein, allerdings rechnen wir mit erheblichen Skalierungseffekten, die sich in den Kosten bemerkbar machen würden.
Die endgültigen Kosten einer Sigma-Anlage sind heute nicht voraus zu sehen, sicher ist nur, dass die Sigma-Anlage umso teurer wird, je länger die Entscheidung dauert.
Für den Bau der Sigma-Anlage wird CHOREN die Investitionen auf eine breitere Basis stellen. Dazu zählt die Hinzunahme weiterer Co-Investoren wie auch die Aufnahme von Fremdkapital, das teilweise über Bürgschaften abgesichert sein sollte.
Eine Finanzierung über die Börse ist nicht ausgeschlossen, aber derzeit nicht geplant.

»Wie sieht der Zeitplan zum Bau der Sigma-Anlage aus?

Für die Errichtung einer Anlage zur Produktion im industriellen Stil (270 Millionen Liter synthetischer Biokraftstoff pro Jahr) muss man mit 5 Jahren rechnen. In die Konzeption werden natürlich die Erfahrungen aus der Beta-Anlage in Freiberg einfließen.
Unter den Vorbehalten, dass die Beta-Anlage ihre Produktion aufgenommen hat und dass die endgültige Investitionsentscheidung in 2009 getroffen wird, könnte der Produktionsstart in 2012/2013 erfolgen.

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Umwelt und Klimaschutz

» Wie sieht die Klima-Bilanz des synthetischen Biokraftstoffes aus?

BTL ist eine Schlüsseltechnologie zur Erreichung der ambitionierten politischen Klimaziele im Automobilbereich. Die von einem unabhängigen Institut durchgeführte Lebenszyklusanalyse (LCA) gemäß ISO 14040ff hat gezeigt, dass mit synthetischem Biokraftstoff eine Verminderung des Treibhausgasausstoßes gegenüber fossilem Diesel von bis zu 90 % möglich ist.3)

Dabei werden andere Umweltbereiche, beispielsweise bei der Gewässer- oder Bodenbelastung, nicht negativ beeinflusst. Es wird bei der Herstellung und Nutzung von synthetischem Biokraftstoff nur etwa die Menge an CO2 ausgestoßen, die beim Wachstum der Pflanzen aus der Luft aufgenommen wird.
Außerdem werden Altholz und Reststoffe einer stofflichen Verwertung zugeführt, was die Gesamtumweltbilanz des synthetischen Biokraftstoffes weiter verbessert.

» Werden sonstige umweltschädliche Stoffe bei der Nutzung emittiert?

Der synthetische Biokraftstoff ist ein aromaten- und schwefelfreier Diesel mit deutlich reduzierten Schadstoffemissionen im Vergleich zum herkömmlichen Diesel.
Beim Verbrennen des synthetischen Biokraftstoffes ist beispielsweise der Partikelausstoß (Ruß) um 30 bis 50 % vermindert, der Ausstoß von Kohlenwasserstoff um bis zu 90 %.

Produkt

» Was ist SunDiesel®?

Die Dieselfraktion des synthetischen Kraftstoffes von CHOREN wird auch als SunDiesel® bezeichnet.
Die Marke SunDiesel® ist eine eingetragene Marke der Volkswagen Aktiengesellschaft in der Europäischen Union und anderen Ländern und wird unter Lizenz des Markeninhabers Volkswagen Aktiengesellschaft benutzt.

» Wo kann man synthetischen Biokraftstoff beziehen?

CHOREN wird kein eigenes Distributionssystem bis zum Endkunden aufbauen. Die gesamte Produktionsmenge der Beta-Anlage in Freiberg wird an unseren Partner Shell verkauft und von Shell vertrieben.
Grundsätzlich wäre sowohl die Beimischung zu konventionellem Diesel als auch der Verkauf von reinem synthetischem Biokraftstoff möglich. Die Verfügbarkeit von SunDiesel® für den Endverbraucher wird Gegenstand zukünftiger Bekanntmachungen von Shell sein.

» Ist jeder Diesel-Motor für die Verwendung von SunDiesel® geeignet?

SunDiesel® kann in jedem Dieselmotor (in jedem alten, heutigen und zukünftigen Motor) und in jedem Mischungsverhältnis, so auch als Reinstkomponente, eingesetzt werden. Eine Umrüstung ist nicht erforderlich.
Von der derzeitigen Diskussion, wie viele Fahrzeuge durch erhöhte Beimischung an Biokraftstoffen umgerüstet werden müssen, ist der synthetische Biokraftstoff von CHOREN nicht betroffen.

» Kann synthetischer Biokraftstoff von CHOREN auch in Otto-(Benzin-) Motoren verwendet werden?

Synthetischer Biokraftstoff von CHOREN kann zunächst ausschließlich in Dieselmotoren eingesetzt werden.
Die bei der Herstellung anfallenden leichten Komponenten (Naphtha) können in der Raffinerie als ein Bestandteil von Ottokraftstoff verwendet werden. Die Herstellung eines Reinkraftstoffes für Ottomotoren ist grundsätzlich möglich, bedarf jedoch noch einiger weiterer Aufbereitungsschritte und ist zurzeit nicht geplant.

» Welche Vorteile hat SunDiesel®?

SunDiesel® hat hervorragende Nutzungseigenschaften:

  • SunDiesel®ist aromatenfrei und hat eine hohe Cetanzahl. Daraus folgt ein verbessertes Zünd- und Brennverhalten. Die Abgasemissionen (Partikel, Kohlenwasserstoffe) sind gegenüber fossilem Kraftstoff deutlich verringert.
  • SunDiesel® ist partikelfiltertauglich und verlängert sogar seine Lebensdauer.
  • SunDiesel® ist schwefelfrei (besser als die 10 ppm im sogenannten schwefelfreien Diesel).
  • SunDiesel® ist der Vorzugskraftstoff für die nächste Motorengeneration, da er „designbar“ ist und somit der Kraftstoff dem Motor angepasst wird und nicht umgekehrt
  • SunDiesel® Synthetischer Biokraftstoff hat das größte Potenzial aller Biokraftstoffe, da

• ein sehr breites Einsatzstoffspektrum genutzt werden kann
• die Ganzpflanze genutzt wird
• im Vergleich zu Biodiesel für die gleiche Menge Kraftstoff kurzfristig nur ein Drittel der landwirtschaftlichen Anbaufläche benötigt wird

  • Synthetischer Biokraftstoff hat ein hohes Treibhausgas-Vermeidungspotenzial (CO2-Minderung):

Die im September 2004 von PE Europe als unabhängigen Gutachter vorgelegte Lebenszyklusanalyse (LCA) belegt, dass schon mit der relativ kleinen Freiberger Beta-Anlage bis zu 90 % CO2 gegenüber fossilem Diesel vermieden werden können.
Die LCA weist darüber hinaus eine Verminderung beim Photo-Oxidationspotenzial (Sommersmog) in gleicher Größenordnung auf.

  • Für den Einsatz von synthetischem Biokraftstoff entstehen keine Anpassungskosten bei Antrieben (Motoren) oder Distribution (Tankstellen).
  • Der Einsatz von synthetischem Biokraftstoff in Euro-III-Motoren führt ohne jede Modifikation in den Motoren zur Einhaltung der strengeren Euro-IV-Schadstoffgrenzwerte.

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» Was kostet die Herstellung von einem Liter synthetischem Biokraftstoff?

Die Beta-Anlage ist keine Anlage im industriellen Maßstab. Demzufolge ist der Anteil an Kosten, die der Forschung und Entwicklung zuzuordnen sind, besonders hoch und sind nicht als Referenzkosten für die Herstellung von synthetischem Biokraftstoff zu bewerten.
In der Beta-Anlage in Freiberg werden die Kraftstoffproduktionskosten bei etwas über 1 Euro/Liter liegen.

» Was wird synthetischer Biokraftstoff an der Zapfsäule kosten?

Da das Projekt noch nicht abgeschlossen ist kann auch der Preis für den Endverbraucher noch nicht endgültig festgelegt werden.

Unternehmen/ Kooperationen

» Mitarbeiter und Kapital

Mitarbeiter: In der Unternehmensgruppe sind rund 230 Mitarbeiter beschäftigt (Stand: März 2008).

Umsatz: Der Schwerpunkt der Aktivitäten der CHOREN-Gruppe liegt derzeit in der Technologie-Entwicklung und damit in der Vorbereitung zukünftiger Umsätze. Nichtsdestotrotz schreiben einzelne Tochterunternehmen wie z. B. die CHOREN Components GmbH auch durch einen signifikanten externen Auftragsanteil schwarze Zahlen.

Capital employed: > 150 Millionen Euro, davon ca. 100 Millionen Euro Investitionen für die Beta-Anlage

Der weitaus größte Anteil der bisherigen Finanzierung wurde durch die privaten Gesellschafter erbracht.

» Welche Unternehmen gehören zur CHOREN-Gruppe?

Die CHOREN Industries GmbH ist die Muttergesellschaft mit Sitz in Freiberg. Zu ihr gehören verschiedene Tochterunternehmen, so die CHOREN Components GmbH, die CHOREN Technologies GmbH und die CHOREN Biomass GmbH.
Dazu kommen Projektgesellschaften, wie die CHOREN Fuel Freiberg GmbH & Co. KG.
CHOREN unterhält weiterhin Büros in Hamburg, in Houston, USA und in Peking, China.

» Wer ist Gesellschafter der CHOREN?

CHOREN ist mehrheitlich in der Hand von Privatpersonen. Dazu gehören mehrere Unternehmerpersönlichkeiten aus dem norddeutschen Raum. Shell Deutschland Oil GmbH sowie die Daimler Aktiengesellschaft und die Volkswagen Aktiengesellschaft sind Minderheitsgesellschafter von CHOREN.

» Welche Zusammenarbeit gibt es mit Shell?

Shell bringt einerseits die FT-Technologie für die Realisierung der weltweit ersten kommerziellen Anlage zur Herstellung von synthetischem Biokraftstoff, der Freiberger Beta-Anlage, ein.
Anderseits übernimmt Shell das Produkt und garantiert damit die Qualität für den Endkunden.
Außerdem ist Shell seit 2005 als Minderheitsgesellschafter an CHOREN beteiligt.

» Wie ist die Automobilindustrie an CHOREN beteiligt?

Mit Daimler und Volkswagen wurden bereits 2002 Kooperationsverträge beispielsweise über die Zusammenarbeit in bestimmten F&E-Vorhaben geschlossen.
Seit Oktober 2007 sind beide Unternehmen Minderheitsbeteiligte bei CHOREN.

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Quellenhinweis

1„Biofuels in the European Union“; Final draft report of the Biofuels Research Advisory Council (BIOFRAC) vom 14/03/2006

2„Biokraftstoffe“, Internetpräsentation der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V., April 2008

3 PE Europe GmbH: „Vergleichende Ökobilanz von SunDiesel® (CHOREN-Verfahren) und konventionellem Dieselkraftstoff“, September 2004