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Häufig gestellte Fragen und Antworten

Biomasse / Einsatzstoffe

» Welche Biomasse kann eingesetzt werden?

Technisch können alle kohlenstoffhaltigen Rohstoffe verwendet werden, die nicht zu nass sind.
In der Praxis planen wir in Deutschland ausschließlich den Einsatz von Biomasse gemäß der Biomasseverordnung. Dazu gehören neben Holz (Industrieholz, Kurzumtriebsgehölze, Recyclingholz) auch Agrarbiomasse wie beispielsweise Reststroh.

» Kommt für CHOREN auch der Import von Biomasse in Frage?

Sowohl aus ökologischen Gründen als auch im Hinblick auf den Logistikaufwand und die Transportkosten beabsichtigt CHOREN, die benötigte Biomasse aus dem regionalen Umfeld seiner Anlagen zu beziehen.
Das schließt nicht aus, dass in der Anfangszeit des Anlagenbetriebs, wenn die lokalen Lieferanten noch in der Aufbauphase sind (schnellwachsende Hölzer können frühestens nach 3 Jahren erstmals geerntet werden) mit Recyclingholz und Importholz angefahren wird.
Zwingende Voraussetzung für den Import von Biomassemengen ist eine nachhaltige Erzeugung im Ursprungsland. Rohstoffe aus Kahlschlägen oder aus Produktionsprozessen, die erhebliche negative Begleiterscheinungen im Hinblick auf den Klima- und Umweltschutz mit sich bringen, werden nicht eingesetzt. CHOREN unterstützt deshalb ausdrücklich die auf deutscher und europäischer Ebene laufenden Aktivitäten zur Einführung von klaren Nachhaltigkeitskriterien.

» Gibt es überhaupt genug Biomasse?

Der in 2006 erschienene EU Biofuel Vision Report 1 sieht vor, dass bis zu 25% des Kraftstoffbedarfs in der EU aus Biomasse gedeckt werden könnten.
Das Potential für die Erzeugung von Biokraftstoffen ist lt. Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe noch höher. Unter der Voraussetzung, dass auf 4-6 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Fläche Energiepflanzen angebaut werden, können in Zukunft 20-25% des deutschen Kraftstoffbedarfs mittels Biokraftstoffen gedeckt werden. Für Europa wird sogar von einem Anteil von bis zu 40% Biokraftstoffen ausgegangen.2
In der letzten Bundeswaldinventur wird bspw. auf ungenutztes Holzpotential in den Kleinprivatwäldern verwiesen. Dort ist die Nutzungsintensität gegenwärtig nur etwa halb so hoch wie in staatlichen Forsten.3
2007 wurden in Deutschland auf 12% der landwirtschaftlichen Nutzfläche (2 Millionen Hektar) Energiepflanzen angebaut. Nach einer Studie des Bundesumweltministeriums kann diese Fläche bis 2030 auf 4,4 Millionen Hektar mehr als verdoppelt werden ohne damit die Versorgung mit Nahrungsmitteln in Frage zu stellen.4

» Wie viel Biomasse wird für die Produktion des synthetischen Biokraftstoffes benötigt?

Für den Betrieb der Beta-Anlage in Freiberg werden ca. 65.000 Tonnen Trockenmasse Holz im Jahr benötigt. Das sind Recyclingholz, minderwertiges Industrieholz, Sägewerksnebenprodukte.
Für den Betrieb einer Sigma-Anlage werden ca. 1 Million Tonnen Trockenmasse Holz im Jahr benötigt. In der Anfangsphase werden neben regionalen Rohstoffen auch importierte Recyclingholz- und Waldholzmengen verarbeitet. Stroh wird bei der Erstanlage aufgrund des technologisch höheren Aufwandes zunächst nicht zum Einsatz kommen, eine Nachrüstung der Anlage zur Verarbeitung von Stroh ist jedoch möglich.
Aufgrund der aktuellen Kostenstrukturen für den Langstreckentransport kommen Rohstoffmengen aus anderen Kontinenten voraussichtlich nur in Ausnahmefällen in Frage, da Rohstoffe aus der regionalen Agrarholzproduktion frei Anlage erheblich günstiger sein werden.

» Sollte Biomasse nicht besser zur Strom- oder Wärmeerzeugung verwendet werden?

Grundprinzip der Verwertung jeglicher Einsatzstoffe ist, dass die stoffliche Nutzung einer energetischen Nutzung vorzuziehen ist.
Oberste Priorität muss deshalb beispielsweise die Nutzung von Holz für Möbel oder Bauanwendungen haben. Danach folgt die Herstellung hochwertiger chemischer Produkte wie Kraft- und Schmierstoffe, wie es bei CHOREN erfolgt.
Die Herstellung von Niedertemperaturwärme zu Heizzwecken stellt die thermodynamisch geringste Nutzungsform dar und kann auch durch andere erneuerbare Energiesysteme bereitgestellt werden (Wärmedämmung, Solarenergie, Geothermie etc.).
Für den Wärmemarkt, insbesondere bei den weit verbreiteten kleinen Einheiten, können nur stark vorbehandelte besondere Einsatzstoffe verwendet werden, um eine ausreichende Automatisierung und Qualität der Abgasemissionen sicherzustellen. Der Einsatz Von Recyclingholz ist im Wärmemarkt gar nicht oder allenfalls über Wärmenetze möglich. Diese erschließen nur einen kleinen Teil des Wärmemarktes und sind darüber hinaus meist mit effizienten KWK-Anlagen ausgestattet.
Die durch das Bundesumweltministerium in Auftrag gegebene „Stoffstromanalyse zur nachhaltigen energetischen Nutzung von Biomasse“ vom Ökoinstitut Darmstadt, Juli 2004, zeigt, dass neben 16% des Strombedarfs und 10% des Wärmebedarfs gleichzeitig noch 12% des deutschen Kraftstoffbedarfs im Jahr 2030 nachhaltig aus deutscher Biomasse gedeckt werden können.5

» Welche Flächeneffizienz hat die Herstellung des synthetischen Biokraftstoffes?

Synthetischer Biokraftstoff hat von allen flüssigen Biokraftstoffen die beste Flächeneffizienz. Pro Flächeneinheit kann laut FNR die 3fache Menge Kraftstoff im Vergleich zu pflanzenölbasiertem Biodiesel oder getreidebasiertem Ethanol produziert werden.6

» Steht die Produktion des synthetischen Biokraftstoffes in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion?

CHOREN wird seinen Rohstoffbedarf über biogene Reststoffe und Energieholz aus Kurzumtriebspflanzungen decken.
Beim Einsatz von Recyclingholz, Waldholz, Stroh und sonstigen biogenen Reststoffen ist die Produktion von BTL ohne jegliche Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion möglich.
Werden landwirtschaftliche Flächen für den Anbau von schnellwachsenden Hölzern genutzt, wird die Flächenkonkurrenz im Vergleich mit der Biodiesel- und Ethanol-Produktion deutlich abgemildert, da pro Hektar etwa die 3fache Kraftstoffmenge bei gleichzeitig deutlich besserer CO2-Bilanz erzeugt werden kann.
Für den Anbau von schnellwachsenden Hölzern kommen zudem auch landwirtschaftliche Flächen mit schlechten Voraussetzungen für den Anbau von Nahrungsmittelpflanzen in Frage (bspw. Staunässe, belastete, steinige, zu trockene Flächen).

Beispiel Sigma-Anlage in Schwedt, Brandenburg: Produktion im industriellen Maßstab
• Landwirtschaftliche Nutzfläche in Brandenburg gesamt: 1,35 Mio. Hektar
• Flächenbedarf Sigma-Anlage (bei 60%iger Versorgung durch den Anbau von Kurzumtriebshölzern für eine Produktion von 270 Millionen Litern synthetischem Biokraftstoff): je nach Ertrag ca. 40.000 Hektar
Dieser Berechnung liegt die Angabe der FNR von einer durchschnittlichen jährlichen Produktionsleistung von 4.000 Litern BTL pro Hektar zu Grunde.2
• Flächeneffizienz gegenüber Biodiesel: etwa Faktor 3, d. h. für die Herstellung der gleichen Menge Biodiesel würde eine landwirtschaftliche Fläche von etwa 200.000 Hektar benötigt.
• Die Sigma-Anlage wird zunächst mit Recyclingholz und Industrieholz betrieben, welches teilweise auch importiert werden wird. CHOREN hat für sich entschieden, von Beginn an hohe Nachhaltigkeitskriterien zu berücksichtigen.
• Es ist vorgesehen, die Rohstofferzeugung sukzessive auf einen Anteil von mindestens 50% Kurzumtriebshölzer umzustellen.

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BTL-Anlagen

» Was hat die Errichtung der Beta-Anlage in Freiberg gekostet?

Die Investitionen belaufen sich auf rund 100 Millionen Euro.

» Wie viel synthetischer Biokraftstoff wird produziert?

In der so genannten Alpha-Anlage (Pilot- oder Versuchsanlage) in Freiberg wurden bis zu hundert Liter täglich produziert. Die Versuchsanlage ist derzeit nicht in Betrieb.
Die Jahresproduktion der so genannten Beta-Anlage, der weltweit ersten kommerziellen Produktionsanlage für synthetischen Biokraftstoff, die ebenfalls in Freiberg steht, wird sich auf bis zu 18 Millionen Liter synthetischen Biokraftstoff pro Jahr belaufen. Dies entspricht dem Jahresbedarf von ungefähr 15.000 Pkw.
Eine höhere Wirtschaftlichkeit lässt sich in Anlagen mit einer Kraftstoffkapazität von mindestens 100.000 Tonnen pro Jahr erreichen. CHOREN plant deshalb die Errichtung von Standardanlagen, so genannten Sigma-Anlagen, mit einer Jahresproduktion von 200.000 Tonnen oder 270 Millionen Litern synthetischem Biokraftstoff.

» Wo wird die erste Sigma-Anlage gebaut?

CHOREN hat in einem intensiven Standortevaluierungsprozess in Deutschland über 20 gute bis sehr gute Standorte identifiziert.
CHOREN ist nun dabei, den Bau der ersten Sigma-Anlage in Schwedt, in Brandenburg, zu prüfen.
Entscheidend für die Wahl Schwedt waren u. a.
• die Nachbarschaft zur Erdölraffinerie Schwedt, wodurch viele Synergieeffekte erhofft werden,
• die Verfügbarkeit an agrarischer und forstwirtschaftlicher Fläche in der Region
• und die Standortbedingungen (industrielle Infrastruktur, Verkehrsanbindung etc.).

» Was kostet die Errichtung der Sigma-Anlage in Schwedt?

Die Investitionen für die Beta-Anlage in Freiberg belaufen sich auf ca. 100 Millionen €. Die Sigma-Anlage wird etwa 15-mal so groß sein, allerdings rechnen wir mit erheblichen Skalierungseffekten, die sich in den Kosten bemerkbar machen würden.

» Wie sieht der Zeitplan zum Bau der Sigma-Anlage aus?

Für die Planung, Errichtung und Inbetriebnahme einer Anlage zur Produktion im industriellen Stil (270 Millionen Liter synthetischer Biokraftstoff pro Jahr) muss man mit 5 Jahren rechnen. In die Konzeption werden natürlich die Erfahrungen aus der Beta-Anlage in Freiberg einfließen.
Unter den Vorbehalten, dass die endgültige Investitionsentscheidung in 2010 getroffen wird, könnte der Produktionsstart in 2013/2014 erfolgen.

» Unter welchen Vorbehalten steht der Bau der Sigma-Anlage?

Nachdem die Beta-Anlage ihre Produktion aufgenommen hat, sind die Vorbehalte eher finanzieller als technischer Natur. Die Investitionsentscheidung für die Sigma-Anlage steht unter Vorbehalt langfristig gesicherter industriepolitischer Rahmenbedingungen in Deutschland. Der kritische Pfad ist die derzeit nicht gegebene Planungssicherheit für Investoren über das Jahr 2015 hinaus.
Für den Bau der Sigma-Anlage werden wir die Investitionen auf eine breitere Basis stellen. Dazu zählt die Hinzunahme weiterer Co-Investoren wie auch die Aufnahme von Fremdkapital, das teilweise über Bürgschaften abgesichert sein sollte.

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Umwelt und Klimaschutz

» Wie sieht die Klima-Bilanz des synthetischen Biokraftstoffes aus?

BTL ist eine Schlüsseltechnologie zur Erreichung der ambitionierten politischen Klimaziele im Automobilbereich. Es wird bei der Herstellung und Nutzung von synthetischem Biokraftstoff nur etwa die Menge an CO2 ausgestoßen, die beim Wachstum der Pflanzen aus der Luft aufgenommen wird.
Die von einem unabhängigen Institut durchgeführte Lebenszyklusanalyse (LCA) gemäß ISO 14040ff hat gezeigt, dass mit synthetischem Biokraftstoff eine Verminderung des Treibhausgasausstoßes gegenüber fossilem Diesel von bis zu 90 % möglich ist.7
Durch die Nutzung von einem Liter mineralischem Kraftstoff, werden etwa 3.000 g fossiles CO2 emittiert. Beim Einsatz von Agrarholz für die BTL-Produktion und gleichzeitig weitgehender Vermeidung des Einsatzes externer Energieträger, liegen die netto CO2-Emissionen bei durchschnittlich 300 g pro Liter BTL-Kraftstoff.
Somit kann die CO2-Einsparung bis zu 90% im Vergleich zu fossilem Kraftstoff betragen. Und das, ohne in anderen Umweltbereichen, bspw. bei der Gewässer- oder Bodenbelastung, zu Verschlechterungen zu führen.
Der Düngemittel- und Pflanzenschutzmitteleinsatz ist bei schnellwachsenden Baumarten (Kurzumtrieb) allgemein sehr gering, ebenso wie die Lachgasproduktion für Kurzumtrieb im Vergleich zum Rapsanbau.
Beim Einsatz von Recyclingholz, Industrieholz, Stroh und sonstigen biogenen Reststoffen fällt die Umweltbilanz noch günstiger aus.

» Werden sonstige umweltschädliche Stoffe bei der Nutzung emittiert?

Der synthetische Biokraftstoff ist ein aromaten- und schwefelfreier Diesel mit, im Vergleich zum herkömmlichen Diesel, deutlich reduzierten Schadstoffemissionen.
Beim Verbrennen des synthetischen Biokraftstoffes ist bspw. der Partikelausstoß (Ruß) um 30 bis 50% vermindert, der Ausstoß von Kohlenwasserstoff um bis zu 90%.

» Werden mit der Nutzung der Biomasse dem Boden dauerhaft Nährstoffe entzogen?

Es liegen derzeit keine Erkenntnisse vor, ob die in den Pflanzen erhaltenen Nährstoffe nach dem Umwandlungsprozess in der Schlacke gebunden sind oder bei der Gasreinigung ausgewaschen wurden. Über die Menge an Nährstoffen liegen gegenwärtig keine gesicherten Daten vor.
Die geringe Aschebildung bei der Holzverbrennung ist allerdings ein Indikator dafür, dass nur geringe Mengen an Nährstoffen im Holz gebunden sind.
Die Betrachtung des Nährstoffkreislaufes und die Ableitung möglicher verfahrenstechnischer Maßnahmen sind Gegenstand künftiger F&E-Projekte. Momentan ist dafür nicht ausreichend Probematerial (Schlacke, Kühlwasser) vorhanden.

Produkt

» Wo kann man synthetischen Biokraftstoff beziehen?

Die Firma CHOREN stellt einen synthetischen Biokraftstoff her, der über unseren Partner Shell vertrieben wird.
Grundsätzlich ist sowohl die Beimischung des synthetischen Biokraftstoffs zu konventionellem Diesel als auch der Verkauf von reinem synthetischem Biokraftstoff möglich. CHOREN wird kein eigenes Distributionssystem bis zum Endkunden aufbauen.
Die gesamte Produktionsmenge der Beta-Anlage in Freiberg wird an Shell verkauft. Die Verfügbarkeit des Kraftstoffes für den Endverbraucher wird Gegenstand zukünftiger Bekanntmachungen von Shell sein.

» Ist jeder Diesel-Motor für die Verwendung von synthetischem Biokraftstoff geeignet? Oder ist eine Umrüstung notwendig?

Synthetischer Biokraftstoff kann in jedem Dieselmotor (in jedem alten, heutigen und zukünftigen Motor) und in jedem Mischungsverhältnis, so auch als Reinstkomponente, eingesetzt werden. Eine Umrüstung ist nicht erforderlich.

» Kann synthetischer Biokraftstoff auch in Otto-Benzinmotoren verwendet werden?

Synthetischer Biokraftstoff von CHOREN kann zunächst ausschließlich in Dieselmotoren eingesetzt werden.
Die bei der Herstellung anfallenden leichten Komponenten (Naphtha) können in der Raffinerie als ein Bestandteil von Ottokraftstoff verwendet werden. Die Herstellung eines Reinkraftstoffes für Ottomotoren ist grundsätzlich möglich, bedarf jedoch noch einiger weiterer Aufbereitungsschritte und ist zurzeit nicht geplant.

» Welche Vorteile hat BTL-Diesel?

BTL-Diesel hat hervorragende Nutzungseigenschaften:

  • BTL-Diesel ist aromatenfrei und hat eine hohe Cetanzahl. Daraus folgt ein verbessertes Zünd- und Brennverhalten. Die Abgasemissionen sind gegenüber fossilem Kraftstoff deutlich verringert (Ruß: 30 bis 50%; Kohlenwasserstoffe: bis zu 90%).
  • BTL-Diesel ist partikelfiltertauglich und verlängert sogar seine Lebensdauer.
  • BTL-Diesel ist schwefelfrei (besser als die 10 ppm im „schwefelfreien“ Diesel).
  • BTL-Diesel ist der Vorzugskraftstoff für die nächste Motorengeneration, da er „designbar“ ist.

BTL-Diesel hat das größte Potenzial aller Biokraftstoffe, da

  • ein sehr breites Einsatzstoffspektrum genutzt werden kann.
  • die gesamte Pflanze genutzt wird und nicht nur der Öl-, Zucker- oder Stärkebestandteil.
  • kurzfristig mindestens eine dreimal höhere Ausbeute je Hektar im Vergleich zu Biodiesel erzielt werden kann. Langfristig sind durch weiterentwickelte Pflanzen und unter Integration von regenerativem Wasserstoff bis zu 10-mal höhere Ausbeuten möglich.

BTL-Diesel hat ein hohes Treibhausgas-Vermeidungspotenzial (CO2-Minderung):

  • Die von einem unabhängigen Gutachter vorgelegte Lebenszyklusanalyse (LCA) belegt, dass schon mit der relativ kleinen Freiberger Beta-Anlage bis zu 90% CO2 gegenüber fossilem Diesel vermieden werden können.7
  • Die LCA weist darüber hinaus eine Verminderung beim Photo-Oxidationspotenzial (Sommersmog) in gleicher Größenordnung auf.

Für den Einsatz von synthetischem Biokraftstoff entstehen keine Anpassungskosten bei Antrieben (Motoren) oder Distribution (Tankstellen) bei gleichzeitigem Potenzial für die nächste Motorengeneration (bspw. Combined Combustion System von VW).

» Was ist SunDiesel®?

SunDiesel® ist ein Markenname für BTL-Diesel.
Die Marke SunDiesel® ist eine eingetragene Marke der Volkswagen Aktiengesellschaft in der Europäischen Union und anderen Ländern und wird unter Lizenz des Markeninhabers Volkswagen Aktiengesellschaft benutzt.

» Was wird synthetischer Biokraftstoff an der Zapfsäule kosten?

Die Firma CHOREN stellt einen synthetischen Biokraftstoff her, der über unseren Partner Shell vertrieben wird.
Da das Projekt noch nicht abgeschlossen ist, kann auch der Preis für den Endverbraucher noch nicht endgültig festgelegt werden und wird in der Verantwortung von Shell liegen.

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Unternehmen/ Kooperationen

» Mitarbeiter und Kapital

• Mitarbeiter: In der Unternehmensgruppe sind rund 300 Mitarbeiter beschäftigt (Stand: Dezember 2008).
• Umsatz: Der Schwerpunkt der Aktivitäten der CHOREN-Gruppe liegt derzeit in der Technologie-Entwicklung und damit in der Vorbereitung zukünftiger Umsätze. Nichtsdestotrotz schreiben einzelne Tochterunternehmen wie bspw. die CHOREN Components GmbH auch durch einen signifikanten externen Auftragsanteil schwarze Zahlen.
• Capital employed: > 180 Mio. €, davon ca. 100 Mio. € Investitionen für die Beta-Anlage.
• Der weitaus größte Anteil der bisherigen Finanzierung wurde durch die privaten Gesellschafter erbracht.

» Welche Unternehmen gehören zur CHOREN-Gruppe?

Die CHOREN Industries GmbH ist die Muttergesellschaft mit Sitz in Freiberg. Zu ihr gehören verschiedene Tochterunternehmen, so CHOREN Components GmbH, CHOREN Technologies GmbH, CHOREN Biomass GmbH und CHOREN Export GmbH. Zu letzterer gehört das Tochterunternehmen CHOREN USA LLC mit Büro in Houston/Texas.
Dazu kommen Projektgesellschaften wie die CHOREN Fuel Freiberg GmbH & Co. KG.
CHOREN unterhält weiterhin Büros in Hamburg und in Beijing, China.

» Wer ist Gesellschafter der CHOREN?

CHOREN ist mehrheitlich in der Hand von Privatpersonen. Dazu gehören mehrere Unternehmerpersönlichkeiten aus dem norddeutschen Raum.
Außerdem sind Daimler AG und Volkswagen AG Minderheitsbeteiligte von CHOREN.

» Welche Rolle spielt Shell?

Shell bringt einerseits die Fischer-Tropsch-Technologie zur Herstellung von synthetischem Biokraftstoff in der Freiberger Beta-Anlage ein.
Anderseits übernimmt Shell das Produkt und garantiert damit die Qualität für den Endkunden.

» Wie ist die Automobilindustrie an CHOREN beteiligt?

Mit Daimler und Volkswagen wurden bereits 2002 Kooperationsverträge beispielsweise über die Zusammenarbeit in bestimmten F&E-Vorhaben geschlossen.
Seit Oktober 2007 sind beide Unternehmen Minderheitsbeteiligte bei CHOREN.

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Quellenhinweis

1 „Biofuels in the European Union“; Final draft report of the Biofuels Research Advisory Council (BIOFRAC) vom 14/03/2006

2 Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe; http://www.fnr.de/cms35/BTL-english-version.788.0.html; letzter Zugriff: September 2008

3 „Die zweite Bundeswaldinventur – BWI²“; Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft 2004

4 Der volle Durchblick in Sachen Bioenergie“; Agentur für Erneuerbare Energien 2008

5 „Stoffstromanalyse zur nachhaltigen energetischen Nutzung von Biomasse“; Abschlussbericht BMU-Projekt, Mai 2004

6 „Pressegraphik Biokraftstoffe im Vergleich“; Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe; http://www.bio-kraftstoffe.info/cms35/Archiv-Nachricht.998+M579ca3f465d.0.html; letzter Zugriff: September 2008, April 2008

7 PE Europe GmbH: „Vergleichende Ökobilanz von SunDiesel (CHOREN-Verfahren) und konventionellem Dieselkraftstoff“, September 2004