Rohstoffversorgung
Die große Herausforderung im Bereich Biomassebeschaffung bzw. -koordination ist die zeitnahe und kostengünstige Versorgung der SunFuel-Anlagen mit ausreichenden Rohstoffmengen – immer unter weitestgehender Berücksichtigung aller Aspekte der Nachhaltigkeit.
Die Anforderungen klingen recht einfach: Die Biomasse soll möglichst trocken, störstofffrei und schüttfähig sein sowie eine hohe Dichte aufweisen. Darüber hinaus muss der Rohstoff lediglich der so genannten Biomasseverordnung entsprechen.
Auch wenn die benötigte Biomassemenge von rund 1.000.000 t je großindustrieller Anlage eine neue Dimension im Bereich der erneuerbaren Energien erreicht, so steht die langfristige Rohstoffversorgung der Anlagen keinesfalls in Frage.
Falls rein theoretisch 100 % der Biomasse landwirtschaftlich erzeugt werden sollten, so wird bei einem durchschnittlichen Biomasseertrag von 15 t Trockenmasse pro Hektar lediglich eine rechnerische Ackerfläche mit einem Radius von weniger als 15 km erforderlich sein. Da die benötigte Biomassemenge nicht der limitierende Faktor ist, besteht die eigentliche Herausforderung in der Optimierung der Erzeugungs- und Bereitstellungsketten.
Neben der Untersuchung von innovativen Verfahren zum Anbau von Biomasse werden somit auch im Bereich Biomasseaufbereitung und – logistik neue Konzepte initiiert und bewertet. Insbesondere bei der energie- und kosteneffizienten Kompaktierung von verschiedenen Biomassearten zu Universalbrennstoffen wie beispielsweise Briketts besteht ein bedeutendes Entwicklungspotenzial, während im Bereich der Logistik weitgehend auf bewährte Konzepte der holzverarbeitenden Industrie oder Fabriken zur Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohstoffe zurückgegriffen werden kann.
Große Zellstoffwerke beispielsweise verarbeiten weit über 1.000.000 t Trockenmasse pro Jahr – mit einer wesentlich engeren Rohstoffbasis als die geplanten Anlagen zur Erzeugung von SunDiesel®.
Innovative Konzepte zur Biomasseerzeugung, insbesondere auf landwirtschaftlichen Flächen, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Auch wenn wir in Europa derzeit noch über Flächenstilllegungen und Nahrungsmittelüberproduktion reden, so wird langfristig die Verfügbarkeit von nutzbarer Fläche zum einzig limitierenden Faktor in der Erzeugung von Biokraftstoffen. Einerseits bedeutet dies, dass bei der Kraftstofferzeugung ein möglichst hoher Anteil der Biomasse in Kraftstoff umgewandelt werden muss, andererseits gilt es, die Erntemenge pro Hektar zu steigern.
Die dem Bundesministerium für Verbraucherschutz und Landwirtschaft zugeordnete „Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe“ (FNR), geht bei den derzeitigen landwirtschaftlichen Durchschnittserträgen von 3.300 Liter BtL- bzw. SunDiesel®-Erzeugung pro Hektar und Jahr aus. Dieser Wert kann in der Zukunft bei weiteren Fortschritten insbesondere im züchterischen Bereich noch deutlich gesteigert werden.
Bereits heute wird mit neuen Züchtungen bzw. besonderen Konzepten bis zu 30 t Trockenmasse pro Hektar erzielt, was einer erzeugten SunDiesel®- Menge von rund 8.000 Litern entspricht.
Derzeit werden von der Choren Industries unter anderem die Konzepte Kurzumtrieb, Stroh- und Getreideganzpflanzenbriketts, Miscanthus und das Zweikulturen- nutzungskonzept genauer bewertet.