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Geschichte gestern - heute - morgen

Gestern

Am 31.01.1990 wagen 4 Angestellte des ORGREB Instituts für Kraftwerke den Sprung in die Selbständigkeit und gründen die Umwelt- und Energietechnik Freiberg (UET) GmbH, die heutige CHOREN Technologies GmbH. Das Portfolio der jungen Firma umfasst Themen wie die Dampfwirbelschichttrockung (DWT), Analysen zur Optimierung von Kraftwerksanlagen u.v.a. energetischen Prozessen.

Ein Auftrag zur Bewertung eines zur Müllentsorgung konzipierten Vergasungsverfahrens führt 1992 zur entscheidenden Weichenstellung für die weitere Entwicklung des Unternehmens. Fortan steht die energetische Veredlung von organischen Rohstoffen und deren Vergasung im Mittelpunkt der Arbeiten der UET-Ingenieure. Die ersten Patente auf diesem Gebiet werden schon ein Jahr später angemeldet.

Das Unternehmen richtet sich neu aus. Aus einer für ein Joint Venture zwischen der UET und einem niedersächsischen Maschinenbauer gegründeten Firma geht die CRG Kohlenstoffrecycling Ges. mbH hervor. Sie ist die Vorgängerin der heutigen CHOREN. Das erklärte Ziel ist nunmehr, die energetische Nutzung von Biomasse durch Vergasung und Veredelung wesentlich zu verbessern.

Um die erforderlichen Mengen an Biomasse abzusichern, kommt die 3-Mann-Firma GHA Gesellschaft für Holzbeschaffung, -rückung und –aufbereitung mbH, die heutige CHOREN Biomass GmbH, zum sich entwickelten Firmenverbund hinzu. Der Einsatz des Carbo-V-Verfahrens bietet eine große Chance. Es gibt eine neue Vision: Die „Sonne in den Tank“ holen!

Ein wesentlicher Meilenstein ist 1998 der Bau und die Inbetriebnahme einer 1-MWth – Carbo-V- Pilotanlage (Alpha-Anlage) in Freiberg. Es folgt eine umfassende Verfahrenserprobung. Unterschiedlichste Einsatzstoffe wie naturbelassenes Holz, Altholz verschiedenster Herkunft, Trockenstabilat aus der Müllaufbereitung, Tiermehl, Stein- und Braunkohle werden erfolgreich getestet. Bis Ende 2004 wurde die Anlage mehr als 22.500 Stunden betrieben.

1997 erwirbt die CRG gemeinsam mit einigen leitenden Mitarbeitern der UET die Werkstätten des Deutschen Brennstoffinstitutes und kann damit wesentliches Know-how aus der Fertigung von Spezialausrüstungen für verschiedene Vergasungstechnologien unter dem Namen TAF Thermische Apparate Freiberg GmbH, die heutige CHOREN Components GmbH, im eigenen Unternehmensverbund konzentrieren. Nun befindet sich die gesamte Wertschöpfungskette von der Idee bis zur Produktion unter dem Dach der CHOREN Industries GmbH, die mit dem neuen Geschäftsfeld auch den Firmennamen anpasst.

Weitere Erfolge stellen sich ein. So gelingt 2001 der Nachweis, dass Biomasse in Fischer-Tropsch-Rohprodukt umgewandelt werden, wenn auch nur in ersten kleinen Mengen. Außerdem wird ein 150- kW-Gasmotor mit Carbo-V-Gas bei einer 600 Stunden Leistungsfahrt erfolgreich erprobt.

Die Entwicklung ist rasant. So erfolgt im November 2002 die Grundsteinlegung für den Bau einer ersten industriellen Carbo-V-Prototypanlage (mit 45 MWth) für die Biomasseveredlung (Biokoksproduktionsanlage) am Standort Freiberg. Nach einer Bauzeit von nur 10 Monaten kann die Anlage (Beta-Anlage) im September 2003 in Betrieb genommen werden.

Die Alpha-Anlage wird um die Kraftstoffsynthese erweitert. Das Ergebnis ist, dass CHOREN im April 2003 im Rahmen eines vom BMWi geförderten Verbundprojektes den ersten synthetischen Kraftstoff aus Holzhackschnitzel produziert. Kooperationspartner wie DaimlerChrysler AG und Volkswagen AG steigen in das Thema mit ein.


Heute

CHOREN besitzt heute ein umfangreiches Know-how zur Vergasung von Biomasse und zur Herstellung von synthetischen Kraftstoffen. Die langjährige Entwicklungsarbeit soll nun erste Früchte tragen. Daher sieht sich CHOREN künftig als Produzent von erneuerbaren synthetischen Kraftstoffen. Projektgesellschaften, wie CHOREN Fuel Freiberg GmbH & Co. KG werden zu diesem Zweck gegründet.
Es wird die weltweit erste kommerzielle Anlage zur Erzeugung eines synthetischen Biokraftstoffes gebaut.

Im April 2008 wurde die mechanische Fertigstellung der Anlage erreicht. Das Anfahren der 113 Teilsysteme, einzeln und in Kombination, wird voraussichtlich zwischen 8 und 12 Monaten in Anspruch nehmen.
Die Beta-Anlage befindet sich derzeit in der Phase des Hochfahrens. Die Nominalleistung pro Jahr beträgt 18 Millionen Liter synthetischen Biokraftstoffs.

Aber nicht nur in den Zielen wächst das Unternehmen, sondern auch personell. So beträgt die Beschäftigtenzahl der CHOREN-Gruppe im März 2008 über 230.


Morgen

CHOREN beabsichtigt, in der Zukunft mit einer Produktion von 1 Mio. t/a einen erheblichen Marktanteil an erneuerbaren synthetischen Biokraftstoffen zu erzielen. Dazu sollen in den nächsten Jahren 5 industrielle Großanlagen mit jeweils einer Jahresproduktion von 200.000 t in Deutschland folgen. Hinzu kommt die Vermarktung des Carbo-V-Verfahrens für den Einsatz in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen.