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CHOREN entscheidet sich für Schwedt als möglichen Standort für die weltweit erste Großanlage zur Herstellung von BTL
In einem mehrstufigen Auswahlverfahren wurden bei CHOREN 60 Standorte in Deutschland hinsichtlich ihrer Eignung für den Bau von großindustriellen BTL-Produktionsanlagen bewertet und davon 20 näher untersucht. Letztendlich haben sich sechs Standorte als besonders geeignet erwiesen.
Freiberg/Schwedt, 18. Dezember 2007
Die erste der so genannten Sigma-Anlagen könnte nun im brandenburgischen Schwedt errichtet werden, wie CHOREN auf einer Pressekonferenz am 18. Dezember im brandenburgischen Schwedt bekannt gab.
„In Schwedt können wir die Anlage neben der bestehenden Erdölraffinerie errichten, wovon wir uns gegenseitig viele Synergieeffekte versprechen“, betont Tom Blades, Geschäftsführer bei CHOREN Industries, den entscheidenden Standortvorteil. „Wir sehen das genauso“, stimmt Dr. Klaus Niemann, Geschäftsführer der PCK Raffinerie in Schwedt dem zu, und ergänzt: „Zur Erfüllung der gesetzlichen Quotenanforderungen für die Beimischung von biogenen Kraftstoffen sind vielseitige Anstrengungen erforderlich. Das CHOREN-Verfahren ist dabei ein sehr interessanter Ansatz.“
Ein weiteres Plus für die Region sind die großen Agrarflächen. Die Versorgungsstrategie von CHOREN ist zukünftig darauf ausgerichtet, den Biomassebedarf von ca. 1 Mio. t/Jahr überwiegend aus dem regionalen Umfeld zu decken. „Industrie und Landwirtschaft schaffen neue Arbeitsplätze für die Region und knüpfen Netzwerke mit Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen“, freut sich Jürgen Polzehl, Bürgermeister der Stadt Schwedt, über die Entscheidung. „Industrieanlagen sind immer Kernpunkte für eine nachhaltige Entwicklung des Mittelstandes. Erneuerbare Energien eröffnen dabei völlig neue Geschäftsfelder.“
In den nächsten Monaten wird nun gemeinsam mit den Ingenieurabteilungen namhafter internationaler Anlagenbauunternehmen (Linde Engineering, Shell Global Solutions, Pöyry, PCK) die Anlage für den Standort Schwedt konzipiert und die Strukturierung der Finanzierung des Projektes in Angriff genommen.
„Vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen stimmen, können wir die endgültige Entscheidung zum Bau der Sigma-Anlage bereits Mitte 2009 nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens treffen. Der Spatenstich könnte dann ein Jahr später erfolgen, ab 2012 könnte Sundiesel in Schwedt produziert werden“, sagte Blades.
Die zu erwartenden Projektkosten liegen bei über 800 Mio. Euro. Zur Finanzierung der Anlage strebt CHOREN unter anderem eine Bund-Länder-Bürgschaft an. Zudem sieht das Unternehmen eine beschleunigte Markteinführung mit Hilfe einer Quote – ähnlich wie heute bei herkömmlichem Biodiesel – als unbedingt notwendig an, da eine langfristige Planungs- und Investitionssicherheit bei der Markteinführung von Biokraftstoffen der 2. Generation im industriellen Maßstab zwingend erforderlich ist.
Die Anlage in Schwedt soll pro Jahr etwa 250 Mio. Liter BTL-Kraftstoff produzieren. Über 100 Arbeitsplätze entstehen damit direkt im CHOREN-Werk, bis zu 600 weitere Arbeitsplätze werden darüber hinaus in der Land-, Forst- und Entsorgungswirtschaft geschaffen bzw. gesichert.
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