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Biomasse: Definition und Potenzial

Definition

Die Biomasse ist eine nachhaltige Ressource, die fortwährend aus dem Zusammenspiel von Luft, Wasser, Boden und Sonnenlicht entsteht.
Wenn die Biomasse nicht stofflich oder energetisch genutzt wird, dann wird sie von Mikroorganismen wieder in die Elementar- bestandteile Wasser, CO2 und Energie in Form von Wärme zersetzt.

Die Nutzung von Biomasse als Energieträger durch den Menschen, ob als Nahrungsmittel, Heizmittel, zur Stromproduktion oder für die Bereitstellung von Kraftstoffen, entspricht somit dem natürlichen Biomassekreislauf.

Potenzial

Das quantitative Biomassepotenzial ist nahezu unerschöpflich, denn der kontinuierliche pflanzliche Aufwuchs unseres Planeten übertrifft den Bedarf an Primärenergie um ein Vielfaches.
Die so genannte Nettoprimärproduktion (NPP), das heißt, die solare Strahlungsenergie, die Jahr für Jahr biologisch in Form von Biomasse fixiert wird, entspricht rund 50 Mrd. t Rohöleinheiten (RÖE). Der momentane Primärenergiebedarf der Menschheit liegt hingegen jährlich bei etwa 9,7 Mrd. t RÖE. Selbstverständlich kann nur ein Teil der aufwachsenden Biomasse aus ökologischen, technischen und wirtschaftlichen Gründen tatsächlich einer Nutzung zugeführt werden. Doch selbst die bereits vorhandenen Biomassemengen mit sehr guten Nutzungseigenschaften sind immens.

In der Zukunft kann zudem der globale Biomassezuwachs gesteigert werden, indem beispielsweise ein Teil des Öd- und Weidelandes, welches rund ein Viertel der gesamten Landfläche ausmacht, mit den jeweils angepassten Baum- und Straucharten wieder aufgeforstet wird.

Auf landwirtschaftlichen Flächen werden jährlich über die Hälfte der insgesamt rund 40 Mio. t Stroh untergepflügt, da es derzeit keine weitergehenden Nutzungsmöglichkeiten gibt.
Genug zur Produktion von 4 Mio. t BTL bzw. etwa 14 % des deutschen Diesel- verbrauchs. Beim Einsatz von nur 10 % des deutschen Ackerlandes, was in etwa der derzeit stillgelegten Fläche entspricht, können weitere 3 – 6 Mio. t BTL aus der angebauten Biomasse erzeugt werden – je nachdem ob traditionelle oder innovative Anbaukonzepte mit speziell angepassten Sorten genutzt werden.

Das gesamte frei verfügbare Bioenergiepotenzial Deutschlands beziffert Prof. Scheffer von der Universität Kassel/Witzenhausen mit 56 Mio. t RÖE1. Mit dieser Menge können theoretisch knapp 30 Mio. t BTL erzeugt werden, was zur Deckung von 50 % des gesamten Kraftstoffverbrauchs der Bundesrepublik ausreichen würde – einschließlich der Luftfahrt und ohne die Versorgungssicherheit mit Nahrungsmitteln einzuschränken.

Für die EU 25 ermittelte Prof. Kaltschmitt vom Institut für Energetik und Umwelt in Leipzig ein ausreichendes Biomassepotential zur Produktion von bis zu 115 Mio. t synthetischer Kraftstoffe pro Jahr2.

In Zukunft wird sich das entsprechende Bioenergiepotenzial sogar noch weiter vergrößern, da durch den Züchtungs- fortschritt und verbesserte Produktions- verfahren auch die Erzeugung von Nahrungsmitteln pro Flächeneinheit kontinuierlich weiter ansteigt. Die frei werdenden Flächen können dann zusätzlich für den Energiepflanzenanbau genutzt werden.

Weitere Informationen zur Entwicklung des Biomassepotenzials erhalten Sie im Bereich ENERGY FOR ALL, Biomasse.

Quellenhinweis

1Scheffer, K.: Biomasse – gespeicherte Sonnenenergie aus der Vielfalt der Pflanzenarten – Potentiale, Bereitstellung, Konversion, in: ForschungsVerbund Sonnenenergie Themenheft 2000, S. 34 – 39.

2Kaltschmitt, M; Vogel, A.: Alternative Biofuels in Europe – Status and Prospects, Vortrag: Berg- und Hüttenmänischer Tag 2004, Freiberg.